← Zurück

Erdgeschoss · Geologie

"Famosa" aus Schupbach

"Famosa" aus Schupbach
2. Fossilien und Riff-Sedimente • Graue Stromatoporen-Fragmente: Die gesamte Grundmasse besteht aus verschiedenen Nuancen von Schiefergrau, Blaugrau und Taubenblau. Wenn man genau hinsieht, erkennt man in den grauen Clustern verwaschene, wellige Konturen und wolkige Strukturen. Das sind die Reste von Stromatoporen, die hier jedoch weniger scharf abgegrenzt sind als bei den roten Varietäten, da die farblichen Kontraste im Gestein geringer sind. • Intensiver Riffschutt (Brekzie): Besonders in der unteren rechten Ecke und im oberen Bereich zeigt das Gestein einen brekziösen Charakter. Es besteht aus unzähligen eckigen und leicht abgerundeten Graukalk-Fragmenten, die in ein etwas dunkleres, feinkörniges Kalkschlamm-Sediment eingebettet sind. 3. Charakteristische Farbgebung • Mangel an Eisenoxiden: Im Gegensatz zur tiefroten „Unica“ oder der rötlich-rosa „Kissel“ fehlt der „Famosa“ fast vollständig das rote Pigment Hämatit. Das deutet darauf hin, dass dieser Riffbereich während des Mitteldevons weiter entfernt von den vulkanischen Eisenquellen lag oder das Wasser in diesem Beckenbereich weniger sauerstoffreich war, weshalb sich kein rotes Eisenoxid bilden konnte.

Diese polierte Platte zeigt eine weitere berühmte Varietät des Lahnmarmors: Es handelt sich um die Sorte „Famosa“ aus Schupbach (einem Ortsteil von Beselich, unweit von Villmar). Die „Famosa“ zeichnet sich durch ein sehr elegantes, kühles Farbspektrum und eine starke tektonische Durchaderung aus.

Folgende Merkmale und Strukturen lassen sich auf dieser Platte erkennen:

1. Dominante Kalzit-Adern (Klüfte) • Weiße und bräunliche Bänder: Das auffälligste Merkmal dieser Platte sind die mächtigen, fast vertikal und diagonal verlaufenden Adern. Sie leuchten strahlend weiß, da sie mit reinem Kalzit (kristallisiertem Kalk) gefüllt sind. • Tektonische Bewegung: An der markanten, dicken Ader links unten sieht man eine bräunliche Färbung am Rand (Eisen- oder Toneinschlüsse). Diese Klüfte entstanden durch das Aufreißen des Gesteins während der späteren Gebirgsbildung. Sie wurden von kalkreichen, hydrothermalen Lösungen durchströmt, die beim Abkühlen die Risse wieder komplett „geheilt“ haben.

Inventarnummer
LMM-2026-00046
Datierung
ca. 380. Mio. Jahre (Mitteldevon)
Material
Lahnmarmor
Technik
poliert
Herkunft / Fundort
Bruch "Famosa" in Schupbach
Sammlung
Riffbereiche: Marmorplatten
Standort
Erdgeschoss · Geologie
FamosaSchupbach

Auf der Karte

Standort des Exponats

Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL

"Famosa" aus Schupbach